28. Bundestagung des VZV vom 24. bis 26. Juni 2005 in Altötting

 

Die 28. Bundestagung des VZV vom 24. bis 26. Juni 2005 in Altötting wird sicher als herausragende Veranstaltung in die Geschichte des Verbandes eingehen. Und das aus zweierlei Sicht:

§        Der Veranstalter Georg Hermann vom gastgebenden SV der Züchter des Deutschen Zwerghuhnes, dazu 2. Vorsitzender des LV Bayern, und seine Ehefrau hatten die Bundestagung bis ins Detail vorbereitet und nichts dem Zufall überlassen. Ein überaus anspruchsvolles Rahmenprogramm in dem Wallfahrtsort Altötting und dem vorbildlichen Tagungshotel „Zur Post“ sowie der Bayrische Abend und der Züchterball prägten diese VZV-Veranstaltung nachhaltig. Dazu der Empfang bei dem Bürgermeister Herrn Herbert Hofauer am Freitag und die Eröffnung der Altöttinger Kulturserie im Rathaus als 57. Veranstaltung dieser Art, die in Zusammenarbeit mit dem Taubenmuseum Nürnberg von Karlheinz Sollfrank gestaltet worden war. Am Sonntag Vormittag wurden die Delegierten der JHV mit einer Volierenschau auf dem Rathausplatz begrüßt – zwischen der Wallfahrtskapelle und dem Hotel „Zur Post“ gelegen – die durch die werbewirksame Gestaltung die Blicke nicht nur der Delegierten auf sich zog. Hier wurde eine Bundesveranstaltung unserer Organisation zur Darstellung der Rassegeflügelzucht in der Öffentlichkeit beispielhaft genutzt.

 

§        Der zweite Punkt war die neue Ausrichtung der Fachtagung am Samstag. Unter der Überschrift „Wir gestalten unsere Zukunft“ schreibt dazu Michael von Lüttwitz als Chefredakteur in der Geflügel-Börse 13/2005:

„War schon die JHV eine harmonische und zukunftsorientierte Veranstaltung, so setzte die Fachtagung am Vortag geradezu neue Maßstäbe. Die Vorstandschaft hatte sich entschieden, dem Monolog eines Fachvortrages den Rücken zu kehren und dafür themenorientierte Arbeitsgruppen zu initiieren, die sich zu vorgegebenen Problemfeldern äußern und Lösungen suchen. Günter Wesch, Vizepräsident des BDRG, war von den Ergebnissen begeistert und versprach, diese als Anregung mit auf die Präsidiumssitzung zu nehmen. Sicherlich kann die Umsetzung der basisorientierten Vorschläge die zukünftige BDRG-Arbeit auf ein höheres Niveau heben. Nicht zuletzt arbeitete an der BDRG-Zukunft die Basis mit. Wo hat es so etwas schon einmal gegeben. Diese Fachtagungsarbeitsweise hat Modellcharakter, sie war einfach grandios. Nicht motzen ist die Devise, sondern die Gestaltung des BDRG durch Mitarbeit ist in diesem Rahmen angesagt.“

 

In der Tat, der problemlose Ablauf und das Ergebnis dieser Fachtagung mit den drei Diskussionsrunden war auch für uns Verantwortliche eine freudige Überraschung. Die Delegierten entschieden sich nach ihrer persönlichen Neigung oder ihrem besonderen Interesse für ein Thema und brachten sich lebhaft und hoch motiviert in die jeweilige Diskussion ein. So konnten zu aktuellen zukunftsorientierten Themen bzw. Problemen Lösungsmöglichkeiten erarbeitet werden, die als wichtige Beiträge zur Bestandserhaltung der Sondervereine, der Ortsvereine und somit des BDRG gesehen werden können.

 

Hier die Ergebnisse der drei Diskussionsrunden, die in der Geflügel Zeitung ausführlich dargestellt werden.

1. Diskussionsrunde

Wie betreue ich Jugendliche, die als vollwertige Züchterinnen und Züchter behandelt werden möchten?

Neben der Neugewinnung von Jugendlichen – vornehmlich eine Aufgabe der Ortsvereine – sahen die Diskussionsteilnehmer unsere Aufgabe in der Integration der Jungzüchterinnen und Jungzüchter in die Sondervereine. Jugendkoordinatoren sollten Kontakte zu dem Nachwuchs herstellen. Dazu eignen sich die überregionalen Schauen. Aber auch telefonisch und schriftlich sowie über das Internet gilt es, jugendliche Aussteller anzusprechen. Zu den Angeboten des SV zählen neben der Information und der Betreuung auch Patenschaften und Mitfahrgelegenheiten zu Schauen und SV-Treffen.

Für vollwertige Züchter ist auch eine uneingeschränkte Teilnahme mit normalem Stand- und Preisgeld an den SV- und VZV-Schauen und den dort ausgetragenen Wettbewerben (auch der Dt. Meisterschaft) unerlässlich. Das lassen die BDRG-Satzungen ausdrücklich zu. Voraussetzung allerdings ist, dass die Dt. Zwerghuhnschau als selbstständige Schau veranstaltet wird, auch wenn sie unter einem Dach mit einer anderen Ausstellung z. B. LV-Schau, durchgeführt wird. Dieses Ergebnis der Diskussionsrunde wurde als Antrag des Vorstandes auf der JHV zur Abstimmung gestellt. Die Delegierten sprachen sich einstimmig – ja unter großem Applaus – für diese besondere Jugendförderung aus und gaben grünes Licht für die Umsetzung ab 2006 auf der Dt. Zwerghuhnschau in Münster. Damit öffnen wir keine Türen, denn Senioren dürfen weiterhin keine Tiere mit Jugendringen ausstellen, wie es die Satzung vorschreibt.

 

2. Diskussionsrunde

Kann mein Sonderverein Personen betreuen und vielleicht langfristig werben, die nur Mitglied in einem Sonderverein sind?

Hier sprechen wir eine Zielgruppe an, die sich für eine Rasse interessiert, diese Tiere hält oder anschaffen will. Oft erstaunlich gut informiert suchen sie Antworten auf Fachfragen oder Züchterkontakte bei den Sondervereinen. Eine normale Mitgliedschaft, die ja die Zugehörigkeit zu einem Ortsverein voraussetzt, kommt für diese „Halter“ nicht in Frage (vielleicht noch nicht!). Nach den jetzigen BDRG-Satzungen können diese Interessenten vom zuständigen Sonderverein nur als Fördermitglied oder als Fan betreut werden. Rechte und Pflichten erwachsen daraus nicht.

 

Überlegenswert scheint aber eine Änderung des BDRG-Passus, damit eine uneingeschränkte Betreuung dieser Personengruppe möglich wird und auch Beiträge zur Deckung der Kosten (z. B. SV-Rundschreiben) erhoben werden können. Eine Konkurrenz zu den Ortsvereinen und seinen übergeordneten Organen sehen wir nicht. Diese SV-Sondermitglieder können nicht ausstellen. Sollte nach Jahren dieser Wunsch wachsen, müssen sie schon wegen des Ringbezuges der Mitgliedschaft in einem Ortsverein zustimmen. Und wie sieht es mit den Ehefrauen und Partnerinnen der Mitglieder aus? Auch hier muss ein Weg der engeren Bindung an den SV gefunden werden. Diesem Thema werden wir uns auf der nächsten VZV-Bundestagung annehmen.

 

3. Diskussionsrunde

Der Altersdurchschnitt der Mitglieder in meinem Sonderverein steigt – wie soll ich damit umgehen ?

Vor dem Hintergrund, dass die Geburten je Frau stetig fallen und zurzeit laut Statistik bei ca. 1,4 Kindern liegen und die Lebenserwartung anhaltend steigt auf über 80 Jahren bei Männern und ca. 86 Jahren bei Frauen im Jahre 2030, müssen wir auch in den Vereinen (Orts- und Sondervereinen) frühzeitig umdenken und entsprechend handeln.

In der Diskussionsrunde haben wir zwei Gruppen von Senioren definiert:

-         Senioren, die aktive Rassegeflügelzüchter sind und im Alter auf eine gezielte Unterstützung angewiesen sind, damit sie weiterhin an den Treffen der Vereine und dem Leben des Sondervereins teilnehmen können

-         und Menschen im Nachberufsleben, die nach einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung Ausschau halten, um ihrem Leben neue Ziele zu geben. Dieses Nachberufsleben kann nach den statistischen Werten durchaus 20 und mehr Jahre betragen und häufig auch bei guter Gesundheit. Es lohnt sich also, um diese Zielgruppe zu werben und sie von der Rassegeflügelzucht als Lebensqualität für Mensch und Tier zu überzeugen.

 

Ein Obmann für Senioren im Ortsverein sollte als Vorstandsmitglied die Aktivitäten bündeln und organisieren. Dazu gehören Brutgemeinschaften, koordinierte Impfaktionen und Fahrgemeinschaften zu Schauen genauso wie Vereinsaktivitäten, z. B. Ausflüge, Wandertage und gemeinschaftliche Arbeiten in Zuchtanlagen und Käfiglagern. Neue Vereinsmitglieder können bei Rentnertreffen, Altenfeiern und auch in Seniorenheimen gewonnen werden.

Der hohe Grad der sinnvollen Freizeitbeschäftigung im Alter kann mit dem gesunden Ei aus eigener Haltung zu einem besonderen Werbeargument werden.

 

Bei der Umsetzung dieser Ziele der drei Arbeitsgruppen sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen. Ohne den Einsatz der Aktiven an der Basis können diese erarbeiteten Lösungsvorschläge nicht realisiert werden. Wir alle sind also hier und jetzt gefordert!

 

Die JHV am Sonntag verlief harmonisch, informativ und zielorientiert ab. Hier die wichtigsten Ergebnisse:

-         Günter Kühnert, Niederfrohna, Züchter des Deutschen Zwerghuhnes wurde zum Meister der Dt. Zwerghuhnzucht ernannt.

-         Der SV der Züchter des Barnevelder- und Zwerg-Barnevelderhuhnes wurde für die vorbildliche SV-Info mit dem VZV-Förderpreis ausgezeichnet.

-         Matthias Schmitt wurde als 2. Schriftführer des VZV in seinem Amt bestätigt und für weitere fünf Jahre gewählt.

-         Zum Kassenprüfer wurde Klaus Gringmuth und zu den Ersatzprüfern die Zuchtfreunde Cordes und Eilert gewählt.

-         Dt. Zwerghuhnschauen sind bzw. wurden vergeben.

2006  Münster, 2007 Erfurt, 2008 Hannover, 2009 Köln, 2010 Dortmund, 2011 Münster, 2012 Leipzig. Von den Versammlungsteilnehmern wurden aufgrund der vorliegenden Bewerbungen für 2013 Ulm und 2014 Hannover vorgeschlagen. Mit den zuständigen Ausstellungsleitungen soll nun verhandelt werden, damit im nächsten Jahr der Zuschlag erfolgen kann.

-         Bundestagungen des VZV sind geplant:

2006 Husum, 2007 Haus Düsse, 2008 Esens, 2009 Raum Bergstraße, 2010? Ausricher SV Lachshühner, 2011 Potsdam, 2012 Flonheim.

-         Auch weitere Stammschauen anlässlich der Nationalen wurden vergeben:

2005             Dortmund    Zwerg-Kämpfer

2006             Leipzig                 Zwerg-Reichshühner

2007             Dortmund    Bantam, Rasse des Jahres

2008             Erfurt                    Federfüßige Zwerghühner

2009             Dortmund    Zwerg-Wyandotten (federführend SV weißer Zw.-Wyand.)

2010             Frankfurt              Sebright u. Zw.-Plymouth-Rocks?.

-         Neben der Entscheidung zur Eingliederung der Jungzüchter/innen in die Deutsche Zwerghuhnschau ab 2006 wurde auf Antrag des VZV-Vorstandes beschlossen, dass nur alle fünf Jahre die Deutsche Zwerghuhnschau am selben Ort stattfinden kann, um den Status der Wanderschau zu gewährleisten. Mit dieser einstimmigen Entscheidung werden dem VZV-Vorstand und den Ausstellungsleitungen Planungssicherheit gegeben.

 

Altötting war eine Tagung mit Vorzeigecharakter. Viele haben das erlebt, viele aber auch verpasst. Planen Sie darum rechtzeitig Ihre Teilnahme an der 29. Bundestagung des VZV in der Zeit vom 23. bis 25. Juni 2006 in Husum an der Nordsee in Schleswig-Holstein ein.

 

 

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